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Grundschule mit Courage!


Seit fast einem Jahr nennt sich die DPFA-Regenbogen-Grundschule Görlitz „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“. Am 2. Juli wurde sie in das gleichnamige Netzwerk aufgenommen. Als Grundschule ist sie immer noch eine kleine Besonderheit: in ganz Sachsen gibt es nur drei Grundschulen, die Mitglieder im Netzwerk sind. Wir haben bei Schulleiter Matthias Müller nachgefragt, wie der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mit Leben gefüllt wird.

 

Die Regenbogen-Band auf einer Bühne im Freien
Die Schülerinnen und Schüler der Regenbogen-Band zeigen Courage! So jung stehen sie schon selbstbewusst auf der Bühne und setzen sich in ihren Texten mit gesellschaftlichen Themen kindgerecht auseinander. Foto: DPFA Görlitz

Frage: Wie füllen Sie den Titel „Schule mit Courage“ aktuell mit Leben? Welche Projekte gibt es?

Matthias Müller: Ein wichtiges Projekt ist unsere Regenbogen-Band, eines unserer vielen Ganztagsangebote. Dort treffen sich Kinder aus Deutschland und Polen, mit und ohne Lernschwierigkeiten, um gemeinsam Musik zu machen. In ihren Texten setzen sie sich mit gesellschaftlichen Problemen auseinander. Ganz aktuell arbeitetet die Regenbogen-Band an der Produktion einer neuen CD. Das Projekt läuft über den Landkreis und über unseren Paten, den Liedermacher Rolf Zuckowski. Bis Ende 2022 soll das Vorhaben abgeschlossen sein.

Auch im Unterricht wird das Thema bewusst bearbeitet. In Klasse 3 hat unserer Lehrerin Margit Müller das Buch „Milchkaffee und Streuselkuchen“ von Carolin Philipps gelesen und sich mit den Schülerinnen und Schülern intensiv über das Thema Rassismus ausgetauscht.

Und natürlich schauen wir regelmäßig über den kulturellen Tellerrand und pflegen intensive Kontakte mit unserer polnischen Partner-Grundschule Tęcza, zum Beispiel bei den regelmäßigen Begegnungstagen.

 

Kinderzeichnung von zwei Gesichtern mit unterschiedlicher Hautfarbe
Auch im Unterricht setzen die Lehrkräfte Akzente, um Werte für ein gutes Miteinander zu vermitteln. In Klasse 3 haben die Kinder sich intensiv mit Vorurteilen und Rassismus anhand des Buches "Milchkaffee und Streuselkuchen" von Carolin Phillip auseinandergesetzt. Foto: DPFA Görlitz

Gibt es schon Pläne für das neue Schuljahr?

Ja, da wird es sehr spannend. Gleich im September werden wir mit dem Demokratieprojekt „Maliks Reise“ des People’s Theater beginnen. Die Kinder der Klassen 2 bis 4 erleben durch ein Theaterspiel den geflüchteten Jungen Malik mit seinen Konflikten und positiven Erfahrungen im Alltag. Dabei können Sie interaktiv die Handlung mitgestalten und lenken. Ziel des Projekts ist es, Menschenfeindlichkeit und Extremismus frühzeitig entgegenzuwirken und Vorurteile abzubauen, aber auch das eigene Selbstvertrauen zu stärken und aktive Handlungsmöglichkeiten gegen Rassismus und Ungerechtigkeit aufzuzeigen. Wir sind schon sehr gespannt und freuen uns auf das Projekt mit dem People’s Theater.

 

Schild "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"
Die Grundschule ist so bunt und vielfältig wie der Regenbogen - und stolz Mitglied im Netzwerk zu sein. Foto: DPFA Görlitz

Warum ist das Thema „Courage“ gerade auch in der Grundschule wichtig?

Weil es sonst vier verlorene Jahre wären, die pädagogisch sehr wichtig und wertvoll sind. In diesem Alter können sich die Kinder durchaus schon mit dem Thema auseinandersetzen. Und leider wird auch im Grundschulalter bereits undemokratisch und rassistisch agiert. Unsere Werte als Schule sind konform mit den Inhalten des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. In diesem Sinnen machen wir nichts, was für uns ungewöhnlich wäre oder hinzukäme. Wir vermitteln selbstverständlich diejenigen Werte, die für uns wichtig sind. Und die auch die jüngste Zielgruppe auf die gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft vorbereitet.

Welche Ziele und Wünsche haben Sie hinsichtlich des Themas?

Ich wünsche mir, dass unserer Projekte fruchten und wir unseren Schülerinnen und Schülern die entsprechenden Werte an die Hand geben können, damit sie in Zukunft verantwortungsbewusst, weltoffen und engagiert agieren können. Für unserer Mitgliedschaft im Netzwerk wünsche ich mir, dass eine engere Vernetzung und ein produktiver Austausch der Grundschulen – wie bereits geplant – praktisch umgesetzt werden kann.

Herzlichen Dank für das Interview!


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